Eichenprozessionsspinner: Ein Drahtseilakt zwischen Natur und Gefahr in Borgfeld
Heute ist der 14.07.2026 und in Borgfeld, einem idyllischen Stadtteil von Bremen, hat sich mal wieder ein kleines Drama abgespielt – und das hat nichts mit dem neuesten Nachbarschaftsstreit zu tun. Nein, es geht um den berüchtigten Eichenprozessionsspinner. Am Louise-Böhm-Weg wurde ein Nest dieser gefürchteten Raupen nach einer Wartezeit von drei Wochen entfernt. Die Gesellschaft Bremer Baumdienst, unter der Leitung von Igor Bohdanets, war vor Ort, um dem Ungeziefer den Gar aus zu machen. Das Nest, ein klumpiger Haufen aus Spinnweben, Raupen und Kotkügelchen, stellte ein echtes Risiko für die Anwohner dar. Denn die feinen Brennhaare der Raupen können allergische Reaktionen hervorrufen – von lästigem Juckreiz bis hin zu Atemnot!
Der Eichenprozessionsspinner hat in Bremen in den letzten Jahren ordentlich auf sich aufmerksam gemacht. Maximilian Salzer, ein Experte auf diesem Gebiet, beschreibt die Ausbreitung als außergewöhnlich. Im Jahr 2026 wurden viermal mehr Fälle gemeldet als im Vorjahr! Besonders in Kindergärten und Schulen wird die Beseitigung der Nester priorisiert. Gitta Bruns, eine besorgte Anwohnerin, war sichtlich erleichtert über die rasche Entfernung des Nests. Die Anwohner hatten das Nest zuvor dem Ortsamt gemeldet und die Umgebung abgesperrt. Ein kluger Schachzug, denn dieser Schädling breitet sich immer weiter aus, insbesondere im Norden Deutschlands.
Die Gefahren des Eichenprozessionsspinners
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen vor allem die Blätter von Eichen und können sich dabei in langen Reihen bewegen. Sie lieben warme, sonnige Standorte, was sie zu einem ständigen Risiko für Parks, Sportplätze und die Außengelände von Schulen macht. Gerade in geschlossenen Wäldern sieht man sie selten, aber an Waldrändern sind sie leider häufiger anzutreffen. Igor Bohdanets, der das Nest mit einem Industriesauger beseitigte, hat selbst Hautreaktionen durch die Brennhaare erfahren. Das zeigt, wie wichtig eine professionelle Entfernung ist – und dass man mit dem EPS besser nicht auf Tuchfühlung gehen sollte.
Die Beseitigung eines Nests dauert in der Regel nur zwei Minuten. Doch die Vor- und Nachbereitung? Das ist ein ganz anderes Kaliber. Vor allem die Entsorgung muss sorgfältig erfolgen. Die Nester werden in luftdichten Behältern zur Müllverbrennungsanlage gebracht. In diesem Jahr wurden in Bremen bereits mehrere Nester beseitigt, darunter sechs in Borgfeld. Eichen aus anderen Regionen können die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners noch weiter ankurbeln – ein Teufelskreis!
Natürliche Feinde und Bekämpfungsmethoden
Interessanterweise hat der Eichenprozessionsspinner auch natürliche Feinde. Meisen, Schlupfwespen und Fledermäuse sind auf der Jagd nach den kleinen Monstern. Doch die Bekämpfung ist nicht immer einfach, da die feinen Brennhaare der Raupen für Menschen gefährlich sind. Kontakt kann zu unangenehmen Hautreaktionen führen – die Palette reicht von roten Flecken bis hin zu Atemproblemen. Vor dem Wachstum der Brennhaare besteht die Möglichkeit, die Raupen mit Chemikalien zu bekämpfen, doch das ist oft ein zweischneidiges Schwert.
Wenn die Nachtfalter Ende Juli schlüpfen, wird es vorerst ruhiger. Aber bis dahin bleibt die Stadt in Alarmbereitschaft. Die Warnhinweise und das Flatterband um befallene Bäume zeigen deutlich: Hier ist Vorsicht geboten! Der Eichenprozessionsspinner ist nicht nur ein lästiger Schädling, er ist eine echte Herausforderung für die Stadt und ihre Bewohner. Und während einige von uns die Natur in vollen Zügen genießen, werden die Fachleute weiterhin im Einsatz sein, um uns vor den Gefahren der kleinen Plagegeister zu schützen. Ein ständiger Kampf, der noch lange nicht zu Ende ist!
