In Bremen, genauer gesagt im Stadtteil Findorff, hat sich eine rührende Geschichte entfaltet, die zeigt, wie Liebe und Entschlossenheit eine Familie formen können. Wanja und Dario Vallejo Mendia haben 2022 ihren Sohn Samael adoptiert – ein kleiner Mensch, der ihr Leben seit seiner Geburt am 13. November erhellt. Die Freude über die Ankunft war überwältigend, und gleich am 15. November durften sie ihn in ihre Arme schließen. Vor dem großen Moment war jedoch ein langwieriger Prozess nötig, der sie nicht nur vor bürokratische Hürden stellte, sondern auch an ihre eigenen Grenzen brachte.

Der Weg zur Adoption war für die beiden Männer alles andere als einfach. Nach anderthalb Jahren des Wartens erhielten sie endlich den ersehnten Anruf von der Adoptionsstelle. Das Verfahren war geprägt von umfangreichen Anforderungen: Ehe, finanzielle Stabilität, Gesundheitszeugnisse und zahlreiche Paargespräche. Auch ein Hausbesuch gehörte zum Prozedere. Die Vallejo Mendias mussten ihre Lebensgeschichte aufschreiben und Referenzen benennen. Eine ganz schön große Hürde, die sie jedoch mit Bravour meisterten.

Die Herausforderungen und die Freude einer Regenbogenfamilie

Wanja, der als Erzieher arbeitet, und Dario, Physiotherapeut, leben seit 2015 als Paar in Bremen und haben seit ihrer Eheschließung 2017 die Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Die Ehe für alle hat nicht nur ihre Liebe formalisiert, sondern auch den Weg für die Adoption geebnet. Es ist ein großer Schritt, den viele gleichgeschlechtliche Paare wagen – und der nicht immer einfach ist. Laut der Sozialbehörde sind die Erfahrungen mit gleichgeschlechtlichen Adoptiveltern jedoch durchweg positiv.

Aktuell planen die Vallejo Mendias, ein zweites Kind zu adoptieren. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, denn die beiden haben sich als Familie gefunden und möchten ihr Glück mit einem weiteren Kind teilen. Sie leben offen als Regenbogenfamilie und haben bisher überwiegend positive Rückmeldungen aus ihrem Umfeld erhalten. Die leibliche Mutter von Samael, die sie liebevoll „Bauchmama“ nennen, bleibt in ihrem Leben präsent, auch wenn der Kontakt derzeit eingeschränkt ist. Die Vallejo Mendias wünschen sich eine offene Adoption und halten sie über eine E-Mail-Adresse auf dem Laufenden. Das zeigt, wie wichtig ihnen der respektvolle Umgang mit allen Beteiligten ist.

Rechtliche Aspekte und Möglichkeiten für Regenbogenfamilien

Der Weg zur Familie ist für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland komplex. Während lesbische Paare häufig auf Samenspenden zurückgreifen, stehen schwule Paare vor der Herausforderung, dass die gebärende Frau rechtlich die Mutter bleibt. Der Partner hat keine automatische Elternschaft und muss möglicherweise gerichtlich die Vaterschaft anerkennen lassen. Adoption ist also der einzige Weg, um rechtlich als Elternteil anerkannt zu werden. Dabei ist die Adoption von deutschen Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare nicht sehr häufig, da nur wenige Kinder zur Adoption freigegeben werden.

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Die Vallejo Mendias sind Teil eines wachsenden Netzwerks von Regenbogenfamilien in Bremen. In den letzten zehn Jahren wurden im Durchschnitt acht Fremdadoptionen pro Jahr vermittelt. Seit der Einführung gleichgeschlechtlicher Adoptionen haben 15 gleichgeschlechtliche Paare auf der Elternmeldeliste gestanden, von denen 14 tatsächlich Eltern wurden. Das zeigt, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, den Kinderwunsch zu erfüllen, auch wenn der Weg dorthin oft steinig ist.

Ein Blick in die Zukunft

Mit den Herausforderungen, die sie bewältigt haben, und der Freude über ihre kleine Familie denken Wanja und Dario bereits an die nächsten Schritte. Ihr Wunsch nach einem zweiten Kind steht fest, und sie sind bereit, erneut den Adoptionsprozess zu durchlaufen. In einer Welt, die sich zunehmend öffnet und Vielfalt anerkennt, ist ihre Geschichte ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Liebe alle Grenzen überwindet. Und so wird die Geschichte der Vallejo Mendias weitergeschrieben, mit viel Herz und noch mehr Hoffnung.